La Palma, Isla bonita

[La-Palma] Blick vom Mirador Las Moraditas nach Osten der Küste entlangLa Palma nennt man auch "isla bonita, isla verde", die schöne, die grüne Insel. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, da sie im Norden und Osten mit üppiger Vegetation bewaldet ist. In den höheren Lagen dominieren die Pinienwälder, während in den tiefer gelegenen Regionen schon fast tropische Vegetation vorherscht.

Begünstigt werden die Lorbeer, Nebelwälder vom Passatwind, der feuchte Meeresluft an die Berghänge weht und so für eine mystische Nebellandschaft sorgt. Über der grünen Landschaft trohnt der große Schichtvulkan Roque de los Muchachos mit seinem riesigen Krater der Caldera de Taburiente.

[La-Palma] Der Passatwind taucht die Nordküste in NebelschwadenLa Palma ist seit ihrer Entstehung ca. 2 Millionen Jahre alt und ist damit die jüngste Insel der Kanarischen Inseln. Vom Grund des Meeres (ca. 4000 Meter tief) ragt nur das oberste Drittel heraus (2400 m). Mit ihren Abmessungen, 43 km in der Länge und 28 km in der Breite ist sie die steilste des Archipels. Insgesamt kommt dieser riesige Vulkanberg auf eine imposante Gesamthöhe von rund 6500 Meter. Der nördlichtes Teil ist sehr schroff und zerklüftet. Für den Natur- und Fotofreund bietet La Palma daher reichlich Stoff um ganze Bildalben zufüllen.

[La-Palma] Die Westkanaren-Eidechse Mit Leichtigkeit kann die Insel daher mit dem Landschaftsbild aus dem Hollywood Streifen "Jurassic Park" mithalten. Einige Spezies der Dinosaurier scheinen auch hier überlebt zu haben, allerdings in einer deutlich kleineren Ausführung. Die Blaukehl-Eidechse (Gallotia galloti palmae) ist einer der endemischen Tierarten, die nur auf den Kanarischen Inseln vorkommen. Diese Eidechse bevorzugt offene, steinige Landschaften und lebt gerne in den Ritzen der kanarentypischen Natursteinmauern. Als Nahrung bevorzugt sie Pflanzen und kleine wirbellose Tiere.

[La-Palma] Moose und Flechten an den PinienästenDie Feuchte des Nordens sorgt auch in den Pinienwäldern für eine skurile Atmosphäre. Moose und flechtenartige Strukturen hängen an den Ästen der knochigen Pinien herunter. Am Ortsausgang von Barlovento folgt man der LP-111 in die bergige Landschaft des Nordens. Über eine schmale Route führt diese Straße entlang den nördlichen Hängen des dominierenden "Roque de los Muchachos".

[La-Palma] Die kanarische KieferAb ca. 1500 m Höhe beginnt die Region der Kanarischen Kiefer (Pinus canariensis). Die langen biegsamen Nadeln sind zu dritt gebüschelt. Das harte rötliche Holz wird noch heute gern für Balkone und Holzdecken verwendet. Die Kiefern begünstigen auch die Kondensation des vom Meer herangewehten feuchten Passatwindes. So kondensiert der Nebel an den Nadeln aus, tropt ab und versorgt so den Baum mit dem lebensspendenden Elexier. Ein natürliches Ereignis sind auch Brände in den Kiefernwäldern. Bei Bränden wird nur die korkähnliche Rinde verkohlt, der Stamm bleibt jedoch unbeschadet. So spriessen nach kurzer Zeit wieder neue Triebe aus dem Baum und die Natur holt sich schnell den Lebensraum zurück.

[La-Palma] Die Felsküste bei GarafiaAuf der westlichen und südlichen Seite der Insel schwenkt das Landschaftsbild um. Hier herrschen mediterane Pflanzen vor. Deutlich steil fallen die Hänge ins Meer ab. Im einsamen nord-westlichen Teil bei Garafia scheint noch heute die Zeit stehen geblieben zu sein. Erst seit den 90-iger Jahren verband eine Straße Barlovento und Garafia. Kurz nach Garafia führt die LP-114 herunter an die Steilküste zum Petroglyphenfeld (Felsgravuren). 

[La-Palma] Der ehemalige Hafen von Garafia - Puertito de Santo DomingoHier liegt auch der ehemaligen kleine Hafen von Garafia - Puertito de Santo Domingo. Bis Ende des 20. Jh.s wurde noch der Warentransport von und nach Garafia über diesen kleine Hafen an der Steilküste abgewickelt. Bei rauher See und in den Wintermonaten war ein Anlegen der Boote kaum möglich.

[La-Palma] Die wilde Steilküste bei GarafiaDie Wildheit und Schönheit dieser Gegend kann man kaum mit Worten beschreiben. Lassen wir die Bilder dieser eindrucksvollen Küste einfach auf uns wirken. Einmal im Jahr findet am 12. und 13. Juni in Garafia die Fiesta San Antonio del Monte statt. Im Rahmen der Fiesta wird auf dem großen Platz der nahegelegenen Ermita de San Antonio auch der größte Viehmarkt der Insel abgehalten.

[La-Palma] Der Barranco del AguaUns treibt es jedoch zu einer der faszinierendsten Landschaften der Insel. Kommt man vom Süden zweigt kurz vor Los Sauces eine schmale Straße in den Barranco del Agua ab. Die schmale Schlucht ist vom Wasser geprägt und beheimatet den größten zusammen hängenden Lorbeerwald. 1983 wurde dieser Lorbeerwald "El Canal y los Tilos" zum Biosphärenreservat durch die UNESCO erklärt.

[La-Palma] Die Schlucht des Barranco del Agua - Los TilosMan kommt sich hier in die Urzeit zurück versetzt. Überall kleiden Farne und Moose die turmhohen senkrechten Felswände des Barranco del Agua ein. Flechten hängen von den Ästen herab, hier und dort plätschert Wasser. Farne und Moose bedecken Steine. Im Sommer wenn der Barranco del Agua kein Wasser führt lockt eine halsbrecherische Tour durch das Flussbett. Über tonnenschwere Steinbrocken kann der Abenteurer sich Meter über Meter den Flußlauf hoch kämpfen.

[La-Palma] Moose und Farne in der Schlucht von Los TilosLangsam wird es immer enger und enger und die Sonnestrahlen erreichen nur noch spärlich den Boden. Schaut man nach oben fühlt man sich angesichts der übermächtigen Felswände irgendwie klein. Eine Kuppel aus Lavagestein baut sich über dem Betrachter auf. Ab und zu tropft einem Wasser auf die Stirn. Eine beruhigende Stille macht sich breit, hier möchte man für ewig verweilen. Der Norden der Insel wird durch den 2426 m hohen "Roque de los Muchachos" beherscht. Aus dem Norden kommend biegt man vor Santa Cruz auf die LP-4 ab. Ein kurvenreiches Sträßchen führt immer höher und höher. Auch hier taucht der Passatwind die Berghänge oft in Nebelschwaden.

[La-Palma] Berghänge im NebelEin faszinierendes Szenario bietet sich oft dem Betrachter. Während die Küste in einem Meer aus Nebel gehült ist, schauen einzelne Baumgruppen der Hänge aus dem Nebelmeer heraus. Von Minute zu Minute kann sich das Bild wieder ändern. Hat man eben noch im feucht warmen Nebel gestanden, wird in der anderen Minute der Blick wieder freigegeben.

[La-Palma] Die Baumgrenze am Roque de los MunchachosAuch hier dominieren die kanarischen Kiefernwälder. Es riecht angenehm nach Harz und in scheinbar endlosen Schleifen schlängelt sich die Straße den Berg hinauf. Oberhalb 2000 m ist dann die Baumgrenze erreicht und die Pinienbäume werden durch Busch- und Strauchpflanzen abgelöst. Bald läuft die LP-4 am Kraterrand des Roque de los Muchachos vorbei. Mal öfters anhalten und man kann den ersten atemberaubenden Blick in die Caldera werfen.

[La-Palma] Lavaschichten in rot, gelb, orange und grauSkurile Lavafelsformationen in den Farben, grau, rot, gelb, orange ziehen den Besucher in den Bann. Der Schichtvulkan gehört zum Nationalpark Caldera de Taburiente. Er bildet eine nach Westen offene Krater- oder calderaähnliche Vertiefung.

[La-Palma] Blick auf einen Felsenturm im KraterMan nimmt an, dass sich die heutige Form der Caldera durch Einsturz des Kraterdoms und anschließende Erosion im Laufe der Zeit gebildet hat. Die Schlucht der Ängste "Barranco de las Angustias" hat über Jahrhunderttausende die Geröll- und Steinmassen in südwestlicher Richtung zum Meer gefördert.

[La-Palma] Blick in den KraterDer Blick in den Krater ist ein schwindeleregendes Ereignis. Mit 9 km Durchmesser und einem Umfang von 28 km bietet er einen imposanten Eindruck. Dem Betrachter offenbaren sich dann auch die unzähligen Schichten und Verwerfungen des Schichtvulkanes.

[La-Palma] Die Observatorien mit dem Gran Telescopio CanariasDer Roque de los Muchachos beherbergt auch mehrere Sternwarten (ORM), welche im Verbund mit mehreren europäischen Ländern betrieben werden. Mit dem weltweit größten Spiegeldurchmesser von 10,4 m bildet das Gran Telescopio Canarias das Herzstück der astrophysikalischen Forschung. Am 24. Juli 2009 wurde es durch den spanischen König Juan Carlos und Königin Sophia feierlich in Betrieb genommen. Extrem viele wolkenfreiche Nächte und eine besonders klare Luft war ausschlaggebend für diesen Standort.

[La-Palma] Gelber Blütenstrauch mit KäferEs ist ein erhabenes Gefühl dort oben zustehen und ein 360° Blick vermttelt dem Besucher die grandiose Weite des Atlantiks. Der Himmel ist durch die klare Luft dermassen blau, dass es mit Worten kaum zubeschreiben ist. Überrascht war ich über diesen kleinen Strauch mit gelben Blüten der plötzlich auf einem schmalen Grat zwischen dem Lavageröll auftauchte. Selbst in dieser lebensfeindlichen Umgebung behauptet sich diese Pflanze und bietet auch noch Lebensgrundlage für Käfer und Schmetterlinge.

[La-Palma] Caldera de TaburienteIm Jahre 1447 versuchten die Spanier durch den kastilischen Graf Hernán Peraza La Palma zuerobern, die bis dahin als unbezwingbar galt. Mit drei Schiffen und 500 Mann landete er 1447 am Strand von Tazacorte. Bei den erbitterten Kämpfen mit den Insulanern verloren die Spanier jedoch 200 Mann.

[La-Palma] Caldera de TaburienteErmächtigt durch das spanischen Herrscherpaar Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón landete 1492 der General Alonso Fernández de Lugo mit einer Streitmacht von 900 Mann wieder in der Nähe von Tazacorte. Nach weiteren erbitterten Kämpfen unterwarfen sich schließlich fast alle Bezirke.

[La-Palma] Caldera de TaburienteEinzig der berühmte Häuptling Tanausú verschanzte sich mit seinen Mannen in einer Felsenfestung der hoch gelegenen Caldera de Taburiente. Mehrere Versuche diese Felsenfestung einzunehmen scheiterten. Mit einem falschen Versprechen lockte man Tanausú zu Friedensgesprächen aus der Festung, die anschließend von den Spaniern aus dem Hinterhalt eingenommen wurde.

[La-Palma] Blüte des TrompetenbaumesÜber La Palma könnte man noch ganze Bücher schreiben. Aus unserer Sicht in sie wirklich die schönste und beindruckenste Insel der Kanaren. Bekannt ist sie auch als die Wanderinsel überhaupt und bietet daher reichlich Motive für den Film- und Fotofreund.
 

Mögen die nachfolgenden Bilder daher nur einen bescheidenen Eindruck über das Paradies La Palme vermitteln.

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