Planetensystem, Gimp Tutorial

In diesem Gimp Tutorial möchte ich zeigen, wie einfach es ist realistisch aussehende Planeten am Beispiel unseres  Sonnensystemes zu erstellen. In Step 1 bis 6 beschäftigen wir uns zuerst mit den Hauptplaneten. Anschließend fügen wir die Planeten zu einer Collage (Step 7) rund um die Sonne zusammen.



Sicherlich kann eine derartige Collage auch aus realen Bildern zusammen gesetzt werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei jedoch auf eine Erstellung mit Gimp. Die von mir erklärten Gimp Funktionen und Verfahren sind reine Beispiele. Zwar habe ich auch Screenshots von Einstellungen und Farbwerte  beigelegt, diese Parameter sind aber kein unbedingtes Muss. Der eigenen Kreativität sei daher keine Grenzen gesetzt. 

Wir arbeiten anschließend sehr oft mit dem Kugeldesigner, welcher viele Einstell-möglichkeiten für die Textur und Lichtverhältnisse bietet. Insbesondere lässt sich die Position des Lichtes verschieben, sodaß wir wählen können von welcher Seite die Kugel beleuchtet wird. Ich empfehle mit den Einstellung und Schiebereglern zu experimentieren, um einen Überblick zu erhalten wie es sich auf die Darstellung auswirkt.

Da dies Tutorial umfangreicher ist, habe ich nicht jeden einzelnen Schritt im Detail erklärt. Dies Tutorial richtet sich daher eher an den bereits mit Gimp vertrauten Anwender. 

Step 1 - Saturn und seine Ringe:

Die Saturn Textur Neues Bild (1980x 1250 Pixel gewählt) erstellen und mit Schwarz füllen.

Saturn Lichteinstellung 1Neue transparente Ebene mit den Namen "Saturn" erstellen. Wir ziehen mit dem Ellipsenauswahlwerkzeug eine Kreisauswahl ein, ca. 800 x 800 px. Kugeldesigner anwählen (Filter - Render - Kugeldesigner) und die Einstellungen gemäß Bildanhang verändern. Neue transparente Ebene mit dem Namen "Ringe" anlegen. Eine flache Ellipsenauswahl mittig einziehen. Diese Auswahl speichern wir als Pfad ab (Auswahl --> nach Pfad), um sie später evtl. wiederverwenden zu können. 

Diese Auswahl mit Farbe z.B. #bfa69a füllen. Anschließend verkleinere ich die Auswahl um 25px (Auswahl --> verkleinern). Mit dem Radierer den inneren Teil wegradieren. Nun haben wir den ersten Ring.

Neue transparente Ebene erstellen. Wir ziehen wieder eine neue flache Ellipse als Auswahl ein, nur diesmal größer. Diese füllen wir wiederum mit Farbe, z.B. #9b7c6c.

Saturn Lichteinstellung 2 Die erste Ellipsenauswahl aus dem gespeicherten Pfad reaktivieren. Um 5px vergrößern und wieder den Inhalt wegradieren. Durch das um 5px vergrößern, bildet sich beim Radieren ein kleiner Spalt zwischen den beiden Ringen. Dieser stellt die Lücken im Ringsystem von Jupiter dar.

Saturn ohne Ringe Auf diese Weise erstellen wir wiederum ein neuen größeren Ring. Dieser kann auch mit dem inneren Ring überlappen. Anschließend kann noch die Deckkraft im Ebenendialog reduziert werden, damit etwas die Überlagerung deutlich wird. Um das ganze noch realistischer zu gestalten, können die Ringe mit dem Gaußschen-Weichzeichner weich gezeichnet werden.

Saturn mit seinen Ringen In meinem Beispiel habe ich vier Ringe erstellt. Jeder Ring liegt noch auf einer separaten Ebene. Die Ring-Ebenen vereine ich nach unten zu einer einzigen Ebene "Ringe". Damit die Ringe hinter dem Saturn verschwinden, radiere ich den oberen Teil der Ringe einfach weg.

Step 2 - Jupiter:

Die Jupiter Textur Für Jupiter erstellen wir im Ebenendialog eine neue transparente Ebene und geben ihr den Namen "Jupiter". Damit uns das Bild von Jupiter nicht stört, blenden wir durch anklicken des Augensymboles im Ebenendialog die Ebenen für Saturn und die der Ringe aus.

Jupiter Lichteinstellung 1 Etwa in die Mitte des Bildes ziehe ich mit dem Elipsenwerkzeug einen Kreis (ca. 800x800 px) ein. Analog zu Step 1, nutzen wir wieder den Kugeldesigner. Diesmal wähle ich für die Textur "Rauschen" aus. Für die Farben, wähle ich orange und rot-braun Töne (z.B. #f3bd2d und #d45000), da diese am ehesten die Gasatmosphere von Jupiter wiedergeben.

Jupiter Lichteinstellung 2 Über die Schieberegler Skalierung und Turbulenz kann ich mir die Art des Rauschens einstellen. Mit den Reglern X, Y, X-Skalierung strecke oder stauche ich die Turbulenz (Wolken) nach Belieben. Mit Hilfe der Regler X, Y, Z-drehen kann ich die Kugel noch in die gewünschte Position drehen (falls erforderlich).

Die von mir gewählten Einstellungen, Parameter sind wieder aus den Bildanhängen ersichtlich

Jupiter Der rechts im Schatten liegende Teil von Jupiter möchte ich jetzt noch etwas abdunkeln. Hierzu lege ich eine neue transparente Ebene "Jupiter-Schatten" an. In diese ziehe ich mit dem Farbverlaufswerkzeug einen linearen Farbverlauf von schwarz nach transparent ein. Je nach Geschmack kann man dann noch die Deckkraft für diese Schattenebene einstellen. Mit Jupiter sind wir schon fertig und er sieht doch recht realistisch aus.

Step 3 - die Erde:

Textur der Erde Wieder eine neue transparente Ebene "Erde" erstellen. Kreisförmige Auswahl (800 x 800 px) einziehen und erneut den Kugeldesigner aufrufen.

Die zweite Licht-Ebene lösche ich. Die erste Lichtebene verschiebe ich so, dass die Erde von rechts angestrahlt wird. Als Textur habe ich diesmal Marmor ausgewählt. Für die Meere wähle ich ein helles Blau #63a9ff, für die Kontinente ein blasses dunkles Grün #384d00.

Als Skalierung stelle ich 5,2 ein und für die Turbulenz 0,9. An den restlichen Parameter verändere ich nichts.

Wolkentextur der Erde Nun gilt es noch eine Wolkenebene für die Atmosphere zu ergänzen. Erneut eine transparente Ebene "Wolken" anlegen. Ich rufe wieder den Kugeldesigner auf. 

Das zweite Licht lösche ich wieder und das 1-te Licht schiebe ich wieder so hin, dass die Kugel von rechts beleuchtet wird. Als Farben wähle ich weiß #ffffff und schwarz #000000. Als Textur diesmal Spots einstellen.

Skalierung: 4,6
Turbulenz: 1,3

Über die Schieberegler X, Y, Z-Position drehe ich noch die Wolken auf der Kugel, solange bis mir die Verteilung gefällt.

Mit dem schwarzen Hintergrund liegt diese Wolkenebene nun über der Ebene der Erde und verdeckt diese. Ich ändere das sogleich ab, indem ich im Ebenendialog den Modus für die Wolkenebene auf Bildschirm setze.

Für die Simulation einer Atmosphere, benötigen wir jetzt noch einen Schein (Glow) um die Erde herum. 

Die Erde Neue transparente Ebene anlegen und die noch vorhandene Kreisauswahl um 10 px verkleinern. Anschließend die Kreisauswahl mit weiß füllen. Kreisaufwahl aufheben und nun den Gaußschen-Weichzeichner (Filter, weichzeichnen, Gaußscher-Weichzeichner) mit rund 25px (horizontal & vertikal) anwenden. 

Diese Glow-Ebene schieben wir im Ebenendialog unter die Ebene Erde und mit dem Verschiebewerkzeug etwas nach rechts raus.

Um die Atmosphere im hellen angestrahlten Bereich noch etwas zu verstärken, ziehe ich noch einen Farbverlauf (weiß - transparent) von rechts nach links ein. Hierzu erstelle ich eine neue Ebene "Atmo" und lege sie über die Wolken-Ebene. Die alte Kreisauswahl kann ich im Ebenendialog aus der Wolkenebene wieder reaktivieren --> Auswahl aus Alphakanal. Nun den weiß-transparent Farbverlauf einziehen. Und im linken dunkleren Bereich ziehe ich noch einen schwarz-transparenten Verlauf ein.

Unsere Erde ist fertig und nett anzuschauen.

Step 4 - Mars und Mond:

Mars Beim Mars und Mond wenden wir das gleiche Verfahren mit der Rauschen-Funktion des Kugeldesigners an. Beim Mars habe ich zusätzlich die Mars Ebene dupliziert und den Relief Filter (Filter, verzerren, Relief) angewendet. Dadurch erhalten wir eine Höhenstruktur. Die duplizierte Marsebene habe ich anschließend vom Modus her auf harte Kanten mit einer Deckkraft von 40% gesetzt.


Mond Und so erstellen wir anschließend noch den Mond (ebenfalls mit Relief). 

Step 5 - Neptun, Venus & Merkur:

Merkur, Venus und Neptun Erstellen wir wie gehabt die Planeten Neptun, Venus und Merkur. Neptun ist ein bläulicher Planet mit einem großen markanten Fleck. Den blauen Fleck habe ich einfach mit einem weich-zeichnenden Pinsel aufgetupft.


Venus hat eine undurchsichtige und dichte Gasatmosphere. Merkur steht der Sonne am nächsten, mit Temperaturen tagsüber von über 400°C (Nachts um die -170°C). Seine Oberflächenstruktur ist daher ausgeglüht, spröde und rissig.

Step 6 - Uranus:

Uranus Uranus ist der äußerste Plant unseres Sonnensystemes, jedoch ist sein Durchmesser viermal so groß wie der der Erde. Das Volumen ist etwa 65 Mal so groß wie das der Erde. Die Gasatmosphere besteht zum Großteil aus Wasserstoff und Helium. Wegen dem hohen Wasserstoffanteil von rund 85% erscheint er daher auch bläulich.

Erstellen wir daher wie gehabt mit dem Kugeldesigner die Gasatmosphere von Uranus. Im linken Teil habe ich noch einen Schatten (Farbverlauf) für die sonnenabgewandte Seite eingefügt.

Step 7 - die Collage:

Die Collage Die einzelnen Ebenen der Planeten habe ich immer für die Neuerstellung des nächsten Planeten ausgeblendet. Die zugehörigen Ebenen eines Planeten schalte ich nun wieder sichtbar. Um eine Kopie davon zu erhalten, wähle ich eine zugehörige Ebene aus. Mit Rechtsklick auf die Ebene und "Auswahl aus Alphakanal" hole ich mir die Kreisauswahl zurück (bei der Erde, sollte man die Glow-Ebene wählen). Beim Saturn müssen wir eine Rechteckauswahl benutzen, damit wir auch die Ringe  mit kopieren können.

Den schwarzen Hintergrund schalte ich vorher noch aus (unsichtbar), sodass das Kachelmuster durchscheint. Ist die Auswahl aktiv, kopiere ich sie über "Bearbeiten" und "Sichtbares kopieren" und füge sie in eine neue Ebene ein. 

Mit dem Skalierungswerkzeug (STRG-Taste gedrückt halten) kann ich die Planeten noch verkleinern und mit dem Verschiebewerkzeug an die gewünschte Position schieben.

Man sollte sich daher Gedanken machen, wie der Aufbau, Anordnung der Planeten in der Collage sein soll. Sollte ein Planet von der falschen Seite beleuchtet sein, kann ich ihn noch drehen oder über die horizontale Achse spiegeln.

Nacheinander verfahre ich so mit allen anderen Planeten. Hier Step by Step die Vorgehensweise:

1. Ebenen des Planeten sichtbar schalten (Augensymbol im Ebenendialog)
2. Auswahl des Planeten erstellen 
4. Menü --> Bearbeiten --> Sichtbares kopieren
3. Neue transparente Ebene ganz oben im Stapel anlegen
5. Einfügen (STRG-V), wird als schwebende Auswahl eingefügt
6. Auf den Button "Schwebende Auswahl verankern" im Ebenen-Dock klicken 
7. Planet verkleinern oder evtl drehen
8. An die gewünschte Position schieben

Anfangs sollten die Planeten nicht zu stark verkleinert werden. Möchte man sie wieder größer haben, führt ein Vergrößern zu unscharfen, pixeligen Ergebnissen.

Step 8 - Planetenbahnen:

Collage mit Rotationsbahnen Um die Rotation der Planeten um die Sonne anzudeuten, fügen wir noch Planetenbahnen in die Szene, Collage ein. Insgesamt sollen es vier Stück für die Planeten sein, die der Sonne am nächsten stehen. Die Reihenfolge der Abstände von der Sonne aus betrachtet ist: Merkur - Venus - Erde - Mars.

Für die erste innerste Rotationsbahn füge ich eine Elipseauswahl mit dem Auswahlwerkzeug ein. Aus dieser erstelle ich einen Pfad, "Auswahl" - "nach Pfad". Diesen Pfad finden wir im Ebenen-Dock unter dem Reiter "Pfade" wieder.

Für das Nachzeichnen mit einem Pinsel wähle ich den Pinsel Circle Fuzzy (03) aus. Im Pfade-Dialog aktiviere ich den Pfad, sodaß das Augensymbol erscheint. Anschließend gehe ich auf das Pfad-Werkzeug. Gehe nun mit dem Mauscursor in das Bild und selektiere den Pfad (jetzt wird dieser mit den Ankerpunkten dargestellt).

Erst durch das Selektieren des Pfades im Bild wird unten im Werkzeugkasten der Button [Pfad nachziehen] aktiv. Klicke auf diesen Button und wähle im nachfolgenden Dialog "Mit Hilfe eines Malwerkzeuges nachziehen". Als Malwerkzeug wird der vorher eingestellte Pinsel benutzt. Auf [Nachzeichnen] klicken und die Ellipse wird im Bild nachgezeichnet.

Für die nächste Rotationsbahn erstelle ich eine neue transparente Ebene. Die noch aktive Elipsenauswahl vergrößere ich nun um 80 Pixel. Daraus erstelle ich wiederum einen Pfad und ziehe ihn nach. Das gleiche Prinzip wende ich auf die dritte (100px größer) und vierte Rotationsbahn (120px größer) an.

Jede Rotationsbahn (Ebene) drehe ich um -14 Grad. Damit die Linien nicht so pixelig aussehen, zeichne ich diese noch weich (Gaußscher- Weichzeichner, 2px). Die Deckkraft der Rotationsbahnen setze ich im Ebenendialog noch auf 30%. Jetzt können wir die Planeten andeutungsweise genauer auf diesen Flugbahnen positionieren.

Step 9 - die Sonne:

Die Sonne Der Mittelpunkt der innersten Rotationsbahn von Merkur ist die Position der Sonne. Auf zwei neuen Ebenen habe ich zuerst die Sonne ergänzt.

Rufe den Verlaufsaufhellungsdialog (Filter, Licht und Schatten, Verlaufsaufhellung) auf. Unter Auswahl findet man z.B. den G-Flare 102. Diesen bearbeiten und unter dem Reiter Glühen mit dem Schieberegler die Farbton-Verschiebung auf ein Gelb einstellen. Für diese Verlaufsaufhellung muss man natürlich noch die Position für X, Y eingeben.

Genau unter der Sonnenposition setze ich noch eine Supernova Licht (Filter, Licht und Schatten, Super-Nova).

Step 10 - Hintergrund und Texte:

Die fertige Collage - Planetary TalesDie Planeten benenne ich zum Schluß mit einer Serifen-Schrift. Für die Schrift stelle ich noch ein Letterspacing ein, um die Wörter etwas zustrecken. Das war unser final Step und das Ergebnis können wir nun genießen. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wünsche weiterhin gutes Gelingen.

Für den Hintergrund habe ich ein Bild der Milchstraße von der ESO Seite ausgewählt. 
No. 17 The Milky Way panorama, Credit: ESO/S. Brunier
http://www.eso.org/public/images/archive/top100/

 

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